Poemas en español (versek spanyol
fordításban)
Tendré
un helicoptero: Muestra de una nueva lírica
húngara, María Teresa
Reyes és
Georges Ferdinandy (Ferdinandy György)
fordításában.; Editorial Isla
Negra, San Juan, Puerto Rico, 2006. (www.islanegra.com)
Elogio del patriarca
Dómino
El cuento de la sal
Gedichte auf deutsch (versek
német fordításban)
Übersetzt von Andras Antal. (Antal András
fordításai.) Der Autor und der Übersetzer bedanken
sich bei Christoph Wilhelm
Aigner für die hilfsreichen Bemerkungen. (A szerző és a
fordító
köszönetet mond Christoph Wilhelm Aignernek a
fordításhoz nyújtott segítő
észrevételeiért.)
Miethausmärchen
Auf dem Nachhauseweg
Mittagsglocke
Die Scheune
Brief an den Grafikerfreund
Markierte
Objekte
Poesia italiana
Traduzione di Antonio Sciacovelli. (Antonio Sciacovelli
fordítása.)
Fotografia
Elogio
del patriarca
(A pátriárka
dicsérete)
Bajo la sombra fresca de los tamarindos
tu garra de tigre atropó mi brazo
empujándome sobre el heno orinado
hiciste brotar mi pezón.
Te amamba, como puede amar una niña
a un anciano, que le hunde bananas pasadas
para marinarlas en su humedad
y retoza como niño juguetón.
Ofrecí también mi trasero, esperé
temblando
la carne tierna de la malanga cocida,
los petardos de mis intestinos
salpicaban el bigote de tus besos.
Brotó el musgo tierno de mi seno
en el chorro de tu saliva, mi General,
loco, me estrechabas, respirando
mi olor de perra vagabunda.
Tu jadeo ardiente de marido apresurado
era el murmullo del mar en mis orejas,
tu aullido de perro azotado
penetraba como cuchillo en mi corazón.
Gemías pataleando en tortas tiernas
de bosta de vacas, y gribatas enloquecido:
¿dónde estás, mi baba amarga,
Manuela Sánchez de mi mala suerte?
Y tú, Leticia Nazareno, ¿por dónde
andas?
Roncabas arrancando los pétalos de mis labios.
Tú, que no estabas escrito en el fango de mi destino,
¿adónde te llevaron tus alas?
No te dije que yo no soy Leticia,
Ni Manuela; tu muñeca llorona,
Mecía calmándolos tus cojones quebrados
y quería ser tu mujer.
Mi General, por ti llegué a ser puta
cuando la nueva de tu muerte me llegó,
volví con una nidada de ñinos
y creí que todos eran tuyos.
Nunca llegué a ser tu esposa,
Moriste sin saber mi nombre.
Andando bajo los tamarindos
Siento tu olor de orina pestilende.
Dómino
(Dominó)
Castañas, nogal.
Los nombres de él aprendí.
Veo cómo levanta su bastón.
Mas hoy no sé quién fue.
Para mí, abuelo, padre
para mi madre. Piel curtida,
pelo blanco. Testigo
de un siglo. No llevó sino
aquello que del polvo
crudo de la tabaquería florece:
cáncer del pulmón. Y para coronar
el cielo, dos nogales plantó.
Y con empeño cinco niños.
A una esposa enterró,
a otra la dejó aquí.
Mas hoy, no le guardo rencor.
No visito su tumba.
No prendo velas, ni llevo flores.
Por accidente me aquerdo de él.
Allá por donde suelo ir,
¿puede ir él? ¿Y el dómino
es juego de su imaginación?
Con la blanca doble en mi saco
¿podría ser su adversario?
No digo: No lo extraño.
Qué bueno ir paseando
por el bosque del castillo
una ardilla veo en la rama.
Prenguntarle del pasado
que se fue con él,
de las guerras, del terror
y de los que cayeron a su lado.
Cuando la víspera, para afeitarle,
a mi padre llamó,
al rasurar la hoja su cara
¿sabía ya qué lo acechaba?
Nochebuena fue el último encuentro.
Ese día no era Navidad.
Sabía que lo llevaban a morir
en un hospital, no en su cama.
Mejor así. Opaco es el recuerdo
y no duele. A veces, despierto
al amanecer. Entonces,
aquí está y toma mi mano.
El cuento
de la sal
(A só meséje)
Si me pidieras que te contara un cuento, te
contaría
siempre el mismo: el cuento de la sal,
añadiendo enseguida: para mí basta el almuerzo
sin sal, yo no soy fanático
de banquetes gratis, me contento con la sal que sangra
la carne y que suda de las verudas naturalmente,
que los gustos por sí mismos cumplan el destino,
por la mesa puesta, impuesto
en ese imperio. Pero no creas que la desprecio,
piensa que sin sal no hay ni amargo, ni ácido tampoco
y si se siente lo dulce, detrás, de todos modos,
está el único gusto, indivisible y uno conmigo.
Ves, de nuevo me voy por la tangente. Más
sencillamente
debería confesarlo sin palabras: como la más
pequeña de las niñas, como la herida más
adolorida con la fiebre que la estira, dolor sangrante
abriéndose lentamente, como una flor, que
en un instante petrifica su olor
de alguna forma, sin palabras decir: te amo.
Como en el cuerpo la sal que los labios tocan.
Miethausmärchen
(A bérház
meséje)
Entfernte
Kronleuchter hoher Zimmerdecken,
nebelige Morgen weit geöffneter Fenster,
die Hektik da unten, im Lichte ausgehender
Laternen, den penetranten Geruch
des – gähnenden Tieres – Treppenhauses,
die Mischung aus Schimmel und Stall-Wärme,
den Trichter des Lichthofes, in dessen Mitte
das noch milchige, zerfließende Morgenlicht
wie eine Nadel sticht, die vogelförmige Klinke,
die man auf Zehenspitzen nach unten drückt
an dem massiven, gewölbten Tor, das so quietscht,
als ob du immer nach Hause zurückkehren würdest,
nach Hause von: ameisenartig zerströmenden Menschen
entlang den Pfaden der Alleen,
Straßenbahnen im Raupenmarsch,
hupenden Autos und den Kamelen der Stadt:
baumelnden Busse, der Angst,
wenn die Rolltreppe einen unter die Erde bringt,
wie ein antikes Opferritual,
in den Kugelaugen der Metros
spiegeln sich grinsende Teufel der Unterwelt,
und der Erleichterung, dass jemand Anderer das Opfer war,
immer jemand Anderer, auf dem gräulichen
Hof des Miethauses, in der gähnenden Dunkelheit
des Treppenhauses, entlang des Rundkorridors,
von zu Hause aus ist all dies nur mehr ein Märchen,
wo man nur als Leser sich beteiligen darf,
denn das Ende, das Ende
ist nicht vorherzusehen –
die nicht kindergerechte,
in der Hetze ausgelaugte Stadt
– wer flieht vor wem, wer weiß –
ihr keuchendes Wimmern, die täglich
neu geborenen Gruselfiguren
und die Heimkehr, die immer
siegreich ist, oder wenigstens Erleichterung bringt,
all das habe ich nie gekannt, und jetzt,
wo ich mitten im Märchen gelandet bin,
kann ich nicht wissen, ob mir eine Rolle zusteht,
ob ich wenigstens einen Halbsatz oder
ein Wort haben kann.
(Hazafelé)
Weiß
auf braunes Papier malt
der
Winter, der verspätete Pointillist.
Er
bepunktet die dicke, nebelbesetzte Luft
mit
ängstlich wirbelnden Schneeflocken.
Schlafender
brauner Erdklumpen am Rande des Ackers:
als
ob ein Hase auf seinen
von
oben zupackenden Henker wartet.
Mit
dem Pinsel in der Hand, malt man auch die Leere.
Der
Piktor verfährt umgekehrt,
wie
der Schöpfer:
das
Rennen auf leerem Magen
wird
in das Erharrte geschnitzt.
Siehst
du den Hasen laufen,
den
weggetretenen braunen Klumpen?
Und
siehst du im tobenden Schneefall
das
zeitlos erstarrte,
nicht
irgendwo-: da-hingehören?
Mittagsglocke
(Déli
harangszó)
Von einem Blick
zog das Geschirr in die
Seelen zermürbende Schlachtreihe
der Symmetrie: Teller und Besteck,
und die Familie, um den Tisch
in stiller Andacht auf den Glockenschlag wartend,
und ich, denn ich war noch ein Kind, habe
lange bevor ich in der strikten Ordnung
meines Großvaters die Weisheit der
Sterne, Jahreszeiten und des Wechsels der
Tageszeiten zu respektieren und,
die Strenge der Rituale lieben gelernt hätte,
und als gehegtes und naives Kind
mich anzupassen bemüht war und der Liebe
hinter der Strenge treu zu sein,
in der, wie in jeder Liebe, die Erinnerung
von Niederlagen und Verlusten, sowie
von erzwungenen Kompromissen verborgen war,
wie in dem Blick, mit dem mein Großvater
alle auf die Minute an den Tisch genagelt hat
um gemeinsam den Namen desjenigen preisen
zu können, der uns das Essen beschert hat.
Die Scheune
(A pajta)
Sie war
größer als das Haus, die Scheune, das Licht
schlich rein und raus durch ihr Lattendach,
wie eine kleine Maus: bloß nicht
erwischt werden, wenn das Tor weit geöffnet wird…
In Gedanken wanderte das Kind entlang
der Geheimwege des riesigen Heuhaufens
den Heustraßen der Heustadt
schwindelig, ängstlich kauernd.
Die Spitze zu erklimmen traute es sich nicht:
als ob die Leiter bis zum Himmel geht,
wo mit dem Sternenschuppen des Niesens
um die Sonne kreist der Heuplanet.
Es stampfte in der Mitte der Scheune.
Oma hatte die Kleider hierher vergraben:
die Straße staubte von den Stiefeln fremder Leute.
Auf die Befreiungsarmee
hat man sich vorbereitet: Mädchen
in Gruben unter dem Misthaufen versteckt,
Opa hielt die Hacke in der Nähe seiner Hände,
gar zum Schießen: den Stil nach vorn’ gestreckt.
Die Russen brachten ihre Pferde in die Scheune.
Dort fauchten und stampften sie.
Und bepissten ohne jede Reue
Die vergrabenen Kleider von Oma.
Die Scheune nun mehr ein Bär, einsam,
zusammengefallen.
Auch das Kind ist weg, das die Leiter
am Heuhaufen beäugt hat… Nur die Sonne
lässt noch goldene Strohhalme in den Staub fallen.
Brief an
den Grafikerfreund
(Levél grafikus
barátomnak)
Du fragst warum ich mich
der Panikkrankheit der Tatenlosigkeit übergebe.
Gute Frage. Warum eigentlich?
Denn in der Früh blicke ich mit der
Ahnungslosigkeit eines Taumelnden in die Morgenröte,
als ausgedienter Casanova in die
gespreizte Scham des Himmels?
Denn der Katheder ist nur eine Bühne
im Theater der Katharsis-unfähigen
Menschen mit beschnittenen Herzen?
Denn im erlöst ahnungslosen
Lächeln meiner Kinder
ist der Wunsch des Geistes zu fliegen
nur ein flügelloses Torkeln?
Ja, ich habe die auch in der Taubenscheiße
majestätischen
Plätze der Einkaufszentrum-Stadt hinter mich gelassen,
so wie die Stein-Höllen der Vorstädte,
und die kanonenkugelversengten Zeugenberge der Innenstadt
und die – zum Eingedenk oder Protest? –
hochgehobenen Laubwaldfäuste der Budaer Berge.
Und ich floh weiter, von den
Bernsteinstraßen der römischen Eroberer
In die staubigen, Pferdemist
gewürzten Straßen der Dörfer.
Recht hast du, ich könnte über die Ansammlung
von Spatzen in der Früh schreiben:
wie die Obdachlosen der vom schweren Staub
astmatischen Goldreigenbüsche, die Einsiedler
brüchiger Dachrinnen sich umwandeln:
in Guerillas mit grauen Uniformen,
und wie sie den Doktor der Bäume
den Specht mit seiner roten Mütze verjagen,
oder wie sie Tag für Tag das Kohlmeisenpaar
im gelben Prunkgewand auseinanderscheuchen,
damit sie die Nüsse, die ich am Abend
unter den Nussbaum legte, fressen und dabei
sich in die Federn raufen.
Ich könnte über das Feuermachen in Kachelofen
schreiben
(denn es ist ja echte Männerache):
am Holzklotz moosige Eichenhäcksel,
im Holzkorb das Feuerholz duftet roh,
und mit den Tigerbissen des Feuers
entweicht es mit dem Rauch über den Kamin,
als ob der Waldgeist sich dorthin in Frieden
zurückschlängeln würde, von wo Äxte,
Sägen und Bulldozer ihn der Erde entrissen, gen Himmel.
Oder ich könnte aus meinem friedlichen
Einsiedlerheim
einen Leitartikel in Gedichtform
über das dreiköpfige Monster schreiben,
welches unsere Erde verwüstet, Blut saugt
und Seelen verzehrt, ich könnte dem Namenlosen
einen Namen geben,
und sagen: sie sind die Verräter,
das aus unserem Blut geleimte Gesindel
des Monsters, sie sind es.
Aber nein, mein Freund. Dort, wo wir leben,
haben spärliche, presshaukalte Männerworte,
einst zu Wein und Pfeifenrauch serviert,
nur in privaten Briefen einen Platz.
Dass unser Blut gepresst wurde – zu Most.
Dass unter Banditen-Spatzen wir langsam auch
heimatlos werden – in unseren eigenen Gärten.
Dass wir seit fünfundachtzig Jahren geschnitzt werden,
bringt eh nichts.
Dass wir seit sechzig Jahren im Höllenfeuer schmoren,
auf demselben Spieß.
Dass Hamlet ein Narr ist.
Dass aus dem Laubblättern der Zeugenberge nichts …
Dass die Gebärmutter der Nation, ähnlich der
einer magersüchtigen Hure, nicht trägt.
Dies schicke ich anstelle eines Gedichtes, diesen
männerschweigenvollen Brief, mein Freund.
Wenn Panikkrankheit, dann sei
nicht mein Arzt: sei mein Kumpan, bring mir
deine in den Dunst der Tagträume geflochtenen Bilder –
und wie es auf dem Lande heißt:
Her ma uns a Weile o.
Markierte Objekte
(Megjelölt
tereptárgyak)
Mein Hund trägt eine weiße Krawatte, hat
braune Beine,
ein transylvanischer Laufhund, stolzes Tier
mittelalterlicher Gemälde und Pracht
der Grafengüter, von rumänischen Bolschewiki
zum Tode verurteilt, von ungarischen
Wissenschaftlern ein Rüde und eine Hündin
hinübergerettet:
so wurde der tapfere Jagdhund
der auch Bären widersteht, wieder belebt
(nur gibt es bei uns keine Bären) – ein Hund mit
einem gräulichen Fell im Gesicht
(eigentlich gar nicht meiner,
die Seltenheit unserer Begegnungen
steht reziprok zur hemmungslosen Freude
des Wiedersehens), Toto,
so sein Name, kann ich nach neun Jahren
zwar nicht auf neue, unbekannte Pfade bringen,
markiert zweimal täglich, früh und spät
mit der Eifer der Entdecker
bekannte Objekte auf seinem Weg.
Wie der Eigentümer sein Gut, bemisst er
im Schnee, Regen oder sengender Hitze
das Spinnennetzgeflecht der Gehsteige und Pfade,
jede Straßenecke wird sorgfältig bewässert,
Autofelgen, Straßenlaternen
und die Blätter von Büschen, die durch
Zaungitter wuchern, als sturer Wächter
der Unendlichkeit, jedoch auch unbekannte
herumliegende Objekte beachtet
und uriniert, die Hinterpfote hebend, auf
weggeworfenes Schokoladenpapier,
abgetragene Kleider Obdachloser,
Zigarettenschachteln – aber auch die Markierungen
anderer Hunde, ihre Macht
überschreibend, einander lediglich mit
Düften geheimnisvolle, wichtige
Botschaften, oder Telegraphe drohenden Zwistes oder
sich sehnender Liebe hinterlassend.
In der Zwischenzeit erspähe ich
den honigbeschmierten klaren Himmel
oder die tintenbepatzten Wolken,
und mein Blick, der über die Spitzen der Budaer-Berge
fliegt und in der Handfläche
eines dunklen Waldes ein Nest
findet, nur für einen Augenblick, und dann
wieder über die Glashaut der Landschaft
in fremden Ländern umherschweift –
inzwischen gehe ich wortlos gemütlich
hinter meinem vorlaufenden Hund her.
Zu Hause lehne ich mich müde in den Sessel,
nicht vom Wandern, sondern
von vergeblichen Sehnsüchten erschöpft,
jemand, der seinen Blick zwar gen Himmel richtet
und mit prasselnden Worten fliegt,
und seinen weiten selbst zugeschnittenen
Raum mit dem Blau der Tinte bemalt,
seine Heimat aber nirgendwo
findet; – neidisch beobachte ich
meinen Hund, wie er sein Kopf
auf meinen Fuß legt und
sich auf den Boden kauert.
Fotografia
Le luci i lampi
sulla volta celeste
sono opera dell’uomo
e le stelle ritoccate
dietro i cieli visibili
nella camera oscura
Dio
una copia dimenticata
in attesa di sviluppo

Nagy Gábor
költő, irodalomtörténész honlapja
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